„Es wird dann gut, wenn du es mit ganzem Herzen tust“

Kochen und Finanzcoaching: aufgrund der Corona-Situation traf Christian Meister eine mutige Entscheidung. Der Küchenchef gab die Gastronomie auf und wurde Vermögensberater - und ist glücklich damit

Christian Meister (35) erging es wie vielen anderen in seiner Branche. Die seit März andauernde Situation kostete in der Gastronomie bereits viele Existenzen. Sie hat Köche und Kellner in die Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit und Restaurant-Betreiber in die Aufgabe getrieben.

Dabei sah es für Christian Meister zu Jahresbeginn noch gut aus. Er hatte nach 16 Jahren als Festangestellter in verschiedenen Top-Destinationen gekündigt, um sich mit der Konzeption neuer Restaurants beruflich weiterzuentwickeln.

„Als Corona kam, war mir klar, dass ich damit nicht weitermachen brauchte und mir eine neue berufliche Perspektive suchen musste. Ich war bereit zu einem Neustart, doch womit bloß?“ sagt Christian Meister.

Über Facebook zur neuen Perspektive

Dann las er auf Facebook zufällig die Anzeige seines früheren Bekannten Erbil Demirel, der neue Mitarbeiter für seine Regionaldirektion suchte. „Ich hätte mich sicherlich nicht gemeldet, wenn da nicht der persönliche Bezug gewesen wäre. Finanzberatung traute ich mir im ersten Moment nicht zu. Aber neugierig war ich schon.“

In den ersten Gesprächen erfuhr er, dass eine hochwertige Ausbildung auf ihn wartete, die er parallel zur Praxis absolvieren würde. „Das war mir sehr wichtig. Bei allem, was ich tue, muss das Fundament hochprofessionell sein, ich will den Sachen auf den Grund gehen. In meiner Zeit als Koch und Gastronom habe ich bestimmt einige hundert Fachbücher gelesen, um immer noch besser zu werden.“

Christian Meister las ebenso alles, was er über die Deutsche Vermögensberatung finden konnte, prüfte sich und seine Motive noch zwei Monate lang und startete dann durch.

Mir war die freie Zeiteinteilung wichtig. Endlich mal vernünftige Arbeitszeiten. Und der Spirit im Team gefiel mir: Alle waren erfolgreich und super sympathisch.

Parallelen zweier Branchen

Schaut man sich seine Biografie an, erkennt man sofort einen jungen Mann mit Engagement, Kreativität und Durchhaltevermögen. Diese Eigenschaften braucht man in vielen Berufen, in der Gastronomie und in der Finanzberatung aber besonders. Nach einem halben Jahr im neuen Beruf sagt er:

Beides hat viel miteinander zu tun. Du solltest sowohl als Gastronom wie auch als Finanzcoach aufgeschlossen und konzentriert sein, du solltest konzeptionell und lösungsorientiert denken und gerne innerhalb eines Teams arbeiten.

Nach der Wirtschaftsschule wollte Christian Meister eigentlich eine kaufmännische Ausbildung beginnen, doch ein befreundeter Koch nahm ihn mit an seinen Arbeitsplatz – und es war um den potentiellen Kaufmann geschehen. „Die Atmosphäre in der Küche hat mich fasziniert. Es herrschte zwar ein schroffer Ton, aber dieses schnelle „Hand in Hand“ des Teams und das detaillierte Zubereiten der Speisen – genau das wollte ich!“ So fing er im Schloss Hohenstein bei Coburg an.

Mit 23 Küchenchef, mit 30 Meister, mit 35 die neue Karriere als Finanzcoach

Es folgten harte Jahre: Sein Chef forderte und förderte Azubis mit Eigeninitiative und pfiffigen Ideen bis zur Erschöpfung. Mit 23 Jahren arbeitete er bereits als Küchenchef, nebenher absolvierte er ein Fernstudium zum Küchenmeister. Hier ging es um Betriebswirtschaftliches: Mitarbeiter-Führung, Logistik, Kalkulation, Auslastung, Rentabilität. „Mein Ziel war es, vor meinem 30. Geburtstag das Zertifikat in der Tasche zu haben, und das habe ich geschafft.“ Danach: mehrere Stationen unter anderem als Restaurant-Pächter. Eben bis Corona kam.

Glücklich angekommen im neuen Beruf

Im Frühjahr dieses Jahres fing Christian Meister dann als Agenturleiter bei der Deutschen Vermögensberatung an, im Januar 2021 wird er vor der IHK die Prüfungen ablegen. Hier sieht er seine Zukunft, auch weil der Verdienst stimmt. „‘Leistung lohnt sich‘ – das versprechen alle, aber in diesem Unternehmen wird es tatsächlich eingelöst.“ Was er an dem Beruf sonst noch schätzt:

Ich bin mein eigener Unternehmer und Chef, bin aber dennoch von Profis umgeben, die mir zur Seite stehen und mich begleiten, wenn ich unsicher bin.

Im Auftreten bei Kunden ist er es nicht: „Wer 50 Kochkurse gegeben hat, weiß, wie man Laien abholt.“ Nur bei fachlichen Fragen und nach der Erstellung von Konzepten, in denen Kundenwünsche und ihre finanziellen Möglichkeiten zusammengebracht werden müssen, da sichert er sich noch bei seinem Coach ab.

Ansonsten: Kundenberatung ähnelt der eines Hochzeitspaares, das in seinen Gastro-Räumlichkeiten feiern will. „Du musst sie von deinem Rundum-Sorglos-Paket überzeugen, in dem jedes Detail bedacht ist. Du wünschst dir, dass sie mit deinen Angeboten und Dienstleistungen so zufrieden sind, damit sie dich weiterempfehlen, und du bist glücklich, wenn sie sie ruhig schlafen können, weil sie alles in guten Händen wissen.“

Artikel teilen: